Frei- oder Erdleitungen

Oftmals gibt nicht so sehr der Bau einer neuen Leitung an sich als die Art und Weise ihrer Umsetzung zu Diskussionen Anlass. In der Schweiz werden Nieder- und Mittelspannungsleitungen meist unterirdisch verlegt. Bei dieser Art von Verkabelung sind die Auswirkungen auf den Boden relativ gering und die Kosten halten sich in Grenzen. Im Durchschnitt wird davon ausgegangen, dass die unterirdische Verlegung von Niederspannungsleitungen (400 V) genauso viel wie die Freileitungsvariante kostet. Im Mittelspannungsbereich (16 kV) betragen die Kosten pro Linearkilometer das Doppelte, bei einer unterirdischen Verlegung von Hochspannungsleitungen (125 kV) sogar das Drei- bis Vierfache.
Neben der Spannung spielen auch die Anzahl an bestehenden Parallelsystemen, Topographie und Geologie der Trasse sowie vor allem die Transportkapazität der Leitung bei der Entscheidung, ob eine Leitung unterirdisch verlegt wird, eine Rolle. Dabei gilt: Je höher die Leistung, desto schwerer die für die Verkabelung erforderliche Infrastruktur.
Als regelrechte Stromautobahnen verfügen die zwischen Yverdon und Galmiz sowie Chamoson und Ulrichen entstehenden Leitungen über eine Leistung von sage und schreibe 4’000 MW.

