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Generalversammlung der Atel AG

Die Aktionäre der Aare-Tessin AG für Elektrizität (Atel) konnten an der 105. Generalversammlung in Olten auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 1999 zurückblicken. Die 548 anwesenden Aktionäre (93,87% der Aktienstimmen) genehmigten den Geschäftsabschluss und beschlossen eine unveränderte Dividende von Fr. 18.-- je Aktie. Verwaltungsratspräsident Dr. Walter Bürgi plädierte für eine rasche Marktöffnung in der Schweiz und ein schlankes Elektrizitätsmarktgesetz. Er hielt an der Forderung nach einer effizienten Netzorganisation fest und forderte den Staat auf, seine Verantwortung als Regulator und Schiedsrichter wahrzunehmen.

Märkte öffnen Chancen nutzen

Verwaltungsratspräsident Dr. Walter Bürgi erinnerte in seiner Ansprache an die eigentlichen Ziele der bevorstehenden Marktöffnung und stellte fest, dass sich die Schweiz mit der Deregulierung ihres Marktes enorm schwer tue: "Die gesamte Diskussion um die Öffnung unseres Elektrizitätsmarktes ist von Ängsten vor dem Ausland und protektionistischem Denken geprägt." Als Beispiel wies er auf die drei Energiebesteuerungsvorlagen hin. Unter dem Deckmantel der Ökologie werde versucht, eine staatliche Subventionswirtschaft aufzubauen mit dem Resultat höherer Preise für Elektrizität. "Dabei wird Elektrizität in keinem europäischen Land so stark besteuert, wie in der Schweiz", verglich der Atel-Präsident. Das Ziel der Marktöffnung, die Energie zu verbilligen und die Schweizer Wirtschaft damit zu stärken, werde völlig aus den Augen verloren. "In ganz Europa sinken die Strompreise, in der Schweiz soll der Strom teurer werden", verdeutlichte Bürgi die Fehlentwicklung und wies darauf hin, dass die Schweiz in der Vergangenheit bereits mehrfach negative und teils teure Erfahrungen mit staatlicher Subventionswirtschaft gemacht habe.

Leider zeige auch die aktuelle parlamentarische Debatte um das Elektrizitätsmarktgesetz, wie stark Partikularinteressen und Protektionismus eine schnelle Umsetzung verhindern. "Für die Schweiz geht es schon lange nicht mehr darum zu entscheiden, ob wir für oder gegen die Liberalisierung sind. Es geht heute nur noch darum zu entscheiden, wie wir den Markt öffnen und in den europäischen Markt integrieren, ohne die Substanz und die Vorteile unserer jetzigen Stromversorgung preiszugeben", sagte Bürgi. Auch die Forderung nach einer einzigen Netzgesellschaft ist für Bürgi ein gutes Beispiel für protektionistisches Denken und mangelnden Willen, sich zu öffnen und der Konkurrenz zu stellen. Wer seinen Markt abzuschotten versuche, habe langfristig keine Überlebenschancen, machte Bürgi klar. "Die Schweiz braucht zur Überwachung und Durchsetzung der Spielregeln im Netz einen Regulator mit hoheitlicher Funktion", unterstrich Bürgi seine Forderung und fügte an, dass der Staat nicht darum herum komme, seine Verantwortung als Schiedsrichter wahrzunehmen. Politik und Wirtschaft müssten nun endlich aktiv den Strommarkt Schweiz gestalten und die Voraussetzungen zur Integration in den europäischen Strommarkt mit einem schlanken Elektrizitätsmarktgesetz schaffen.

CEO Alessandro Sala bezeichnete die Geschäftsergebnisse 1999 als erfolgreich. Trotz erhöhtem Konkurrenzdruck und Turbulenzen steigerte die Atel-Gruppe den Umsatz auf 1'922 Mio. CHF (1'814 Mio. CHF im Vorjahr). Der Gruppengewinn erreichte 107 Mio. CHF (101 Mio. CHF) und der Cashflow steigerte sich auf 550 Mio. CHF (448 Mio. CHF). Das Eigenkapital erreichte mit 1'292 Mio. CHF 36% der Bilanzsumme.

Für das Geschäftsjahr 2000 rechnet die Atel-Gruppe mit operativen Umsätzen und Ergebnissen im Rahmen des Vorjahres. Das laufende Jahr entwickelt sich bisher im Rahmen der Erwartungen.

Aare-Tessin AG für Elektrizität Kommunikation und Energiepolitik