Kontaktformular

Kontaktformular (Konditionen: Gas-, Stromversorgung, Tel.)

Kontaktdaten / Allgemein (Contact-Flap)
Was interessiert Sie?
Produkte (Contact-Flap)
Gasversorgung (Contact Flap Options)
Ihr jährlicher Gasverbrauch
Ihre Standorte
Stromversorgung Informationen (Contact Flap Options)
Ihr jährlicher Stromverbrauch
Ihre Standorte
Submit (Contact-Flap)

Zweiter Frühling für Electra-Massa

In der Bergwelt bei Blatten im Oberwallis tut sich derzeit Aussergewöhnliches. Der Stausee Gebidem, der normalerweise das Wasser des Aletschgletschers staut, ist vollkommen leer. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass umfangreiche Wartungsarbeiten im Gange sind.

Der Gebidem-Stausee und die Kraftwerkszentrale Bitsch sind die Herzstücke von Electra-Massa. Die seit 1969 in Betrieb stehenden Anlagen haben in etwa die Hälfte ihrer Konzessionsdauer hinter sich. Um sicherzustellen, dass sie bis zum Ablauf der Konzession im Jahr 2048 einwandfrei funktionieren und in gutem Zustand sind, gemäss den Verpflichtungen des Konzessionsinhabers, führt Electra-Massa umfassende Wartungs- und Erneuerungsarbeiten durch. Zwischen 2020 und 2025 werden die Aktionäre hierfür 28 Mio. CHF investieren.

Der Gebidem-Stausee wurde deshalb im Oktober 2020 vollständig entleert. Ein notwendiger Schritt, um den Grundablass des Stausees zu sanieren und die Drosselklappe jenseits der Staumauer zu ersetzen. Zudem soll der Antikorrosionsschutz der Druckleitung, die den Stausee mit dem Kraftwerk verbindet, komplett erneuert werden. Ein schwieriges und langwieriges Unterfangen, das zu einem Grossteil von Hand erledigt werden muss. Zuerst muss der alte Antikorrosionsschutz entfernt werden und die Oberfläche absolut sauber sein, bevor der neue Schutz aufgetragen werden kann.

Auch in der tiefer gelegenen Zentrale Bitsch sind Bauarbeiten im Gange. Der Hauptschieber einer der drei Maschinengruppen des Kraftwerks und der Transformator müssen vollständig revidiert werden.

Das Kraftwerk soll ab Mai 2021, also zu Beginn der Sommersaison, wieder in Betrieb genommen werden. Im kommenden Winter werden die Arbeiten jedoch wieder aufgenommen, um den Antikorrosionsschutz der Druckleitung fertigzustellen und die jährliche Wartung der drei Maschinengruppen des Kraftwerks durchzuführen.

Die Zeit, in der die Anlage Electra-Massa ausser Betrieb ist, nutzt die nationale Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid für die Erneuerung der 220-kV-Schaltanlage in Bitsch. Diese verbindet das Kraftwerk mit dem Höchstspannungsnetz.

Komplexe multidisziplinäre Aufgabe

Die laufenden Arbeiten an der Anlage Electra-Massa sind aussergewöhnlich umfangreich und komplex. Alpiq übernimmt als Betreiberin die Gesamtleitung des Projekts und arbeitet dabei eng mit dem für die Durchführung des Vorhabens und der Arbeiten zuständigen Unternehmen HYDRO Exploitation zusammen.

Neben den technischen Aspekten in Bezug auf die Infrastruktur legt Electra-Massa grossen Wert auf Sicherheits- und Umweltaspekte. Erdrutsch- und Lawinengefahr oder die unmittelbare Nähe der Arbeiten zum Naturpark Jungfrau-Aletsch sind nur einige der Herausforderungen, die es hier zu meistern gilt. Hinzu kommen die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Aus diesem Grund werden die laufenden Arbeiten durch ein Umweltbüro und durch Experten für Naturgefahren überwacht. Sie stellen sicher, dass die von ihnen erarbeiteten Sicherheits- und Umweltkonzepte umgesetzt werden.

David Jossen

Kraftwerksleiter von Electra-Massa, HYDRO Exploitation

Der Zugang zum Gebidem-Stausee ist im Winter aufgrund von Schnee und Kälte schwierig. Wie führen Sie die Arbeiten an den Grundablässen durch?

Während der Wintermonate ist die Staumauer Gebidem grundsätzlich nur zu Fuss erreichbar. Aufgrund der laufenden Arbeiten wird die Zufahrtsstrasse zum Mauerfuss allerdings während des ganzen Winters geräumt. Sollten die Verhältnisse kritisch werden, werden der Zugang sowie die Baustelle durch den regionalen Sicherheitsdienst, mit dem wir eng zusammenarbeiten, gesperrt. Dies war beispielsweise vom 28. bis 31. Januar 2021 aufgrund der grossen Neuschneemengen und anschliessend milden Temperaturen der Fall. An diesen Tagen kam es dann auch zu einem Lawinenniedergang, der beide Grundablässe des Stausees verschüttete.

Ebenfalls gilt es, die Bildung von Eiszapfen an der Mauerkrone genau zu beobachten, da einige Arbeiten direkt unterhalb der Krone stattfinden.

Welches sind die grössten Herausforderungen, denen Sie gegenüberstehen?

Die Arbeiten sind alles andere als alltäglich. Seit der Inbetriebnahme der Anlage vor gut 50 Jahren ist dies das erste Mal, dass wir die Drosselklappe des Stausees ersetzen und den Antikorrosionsschutz der Druckleitung erneuern. Der Zustand dieser Komponenten war uns daher nicht im Detail bekannt. Wir stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen, die es zu meistern gilt.

Aufgrund der diversen und gleichzeitig laufenden Baustellen war eine sorgfältige und frühzeitige Planung unerlässlich. Es sind viele verschiedene Firmen involviert, was eine gute Kommunikation und eine flexible Arbeitsweise voraussetzt.

Eine der grössten Herausforderungen war allerdings die Entleerung des Gebidem-Stausees. Durch die geringe Wassermenge im Rotten und den hohen Sedimentgehalt des Gebidem-Wassers mussten wir ganz besonders auf die Schwebstoffkonzentrationen achten. Dennoch konnten wir den Sees unter Einhaltung sämtlicher Vorgaben erfolgreich entleeren.

Neben den technischen Aspekten gilt es auch immer, die Entwicklung der COVID-19-Pandemie im Auge zu behalten, insbesondere auch allfällige Auswirkungen auf die laufenden Arbeiten.

Was bedeutet Electra-Massa für Sie?

Electra-Massa ist für mich nicht nur ein Kraftwerk; die Anlage liegt inmitten der Bergwelt, wo ich aufgewachsen bin. Das Einzugsgebiet des Stausees Gebidem mit dem Grossen Aletschgletscher sowie dem Oberaletschgletscher, aber auch die Massaschlucht durfte ich bereits als kleiner Junge kennenlernen.

Electra-Massa ist ein leistungsfähiges und interessantes Kraftwerk direkt vor meiner Haustüre. Ich bin sehr stolz und zufrieden, für diese Anlage arbeiten zu können.